Neue Ausweisautomaten im Bürgeramt

Editert: Volkert Neef Redaktion

Wer hat das nicht schon einmal erlebt? Zumindest kennt man aus seinem Verwandten- oder Freundeskreis jemanden, dem das widerfahren ist: Da hatte man nach wochenlangem Warten endlich einen Termin beim Bürgeramt in Berlin erhalten und möchte freudestrahlend einen neuen Personalausweis beantragen. Der freundliche Mitarbeiter beim Bürgeramt bedauert, man könne so den Antrag leider nicht bearbeiten. Das mitgebrachte Foto erfülle nämlich nicht die gesetzlichen Voraussetzungen. Also geht das Spiel von vorne los! Neues Passfoto anfertigen lassen und neuen Termin beim Bürgeramt beantragen. Das kann seit dem 9. November 2020 in drei Bürgerämtern in Reinickendorf nicht mehr passieren. Es sind dies die Bürgeramtsfilialen Rathaus Reinickendorf, Tegel und Reinickendorf-Ost. Der zuständige Bezirksstadtrat Sebastian Maack (AfD) hatte bereits vor der offiziellen Freigabe der neuen Ausweisautomaten Medienvertreter eingeladen. Im Bürgeramt Reinickendorf-Ost stellte er die „neuen elektronischen“ Kollegen vor. Der Bezirksstadtrat hätte gerne die Ausweisautomaten viel früher zum Einsatz gebracht. Es dauerte aber lange, bevor die zuständigen Datenschützer eine Freigabe erteilt hatten. Sebastian Maack sprach von „einem großen Moment. Nunmehr spart der Kunde Zeit. Die Verwaltung ist effizienter geworden.“ Bevor der Reinickendorfer, der studierter Diplom-Wirtschaftsinformatiker ist, 2016 in die Politik ging, machte er sich als Unternehmer Gedanken, wie andere Firmen effizienter werden könnten und beriet sie. Dieses Streben nach Effizienz setzt er auch in der Verwaltung um. Er sagte: „Aufgrund der Rückstände in den Bürgerämtern aus dem Lockdown im Frühjahr kommt der Einsatz zur richtigen Zeit. Im Hinblick auf die Infektionslage ist eine reduzierte Kontaktzeit am Arbeitsplatz der Bürgerberaterin bzw. des Bürgerberaters sinnvoll.“ Nunmehr können die Kundinnen und Kunden der Bürgerämter am Ausweisautomaten bereits vor dem eigentlichen Termin notwendige Daten eingeben und ein biometrisches Passfoto erstellen. Das geht sogar in mehreren Sprachen. Die Nutzung des Ausweisautomaten ist gebührenpflichtig. Die Gebühr wird bei der Bearbeitung der Dienstleistung im Bürgeramt bezahlt. Ruft man die Daten nicht ab, werden diese nach zwei Tagen gelöscht und es entstehen keine Kosten. Die Ausweisautomaten sind barrierefrei erreich- und bedienbar. Dem Bezirk Reinickendorf entstanden durch die Automaten keinerlei Kosten-man verdient sogar etwas damit. Die Herstellerfirma hat die Aufstellung übernommen und überprüft die Geräte regelmäßig durch firmeneigene Techniker. Die zu zahlende Gebühr, die der Kunde für die Nutzung des Ausweisautomaten entrichten muss, erhält der Hersteller. Er zahlt dem Bezirksamt eine Standgebühr. Man darf also erfreut festhalten, diese Zeitersparnis dank der „elektronischen Kollegen“ gab es für das Bürgeramt zum Nulltarif. Alle Daten und das Passfoto werden unter den strengen Auflagen des Datenschutzes unverzüglich an den zuständige   Bürgerberater weitergeleitet. Das Passfoto erfüllt die gesetzlichen Anforderungen. Der Bürger erhält eine PIN-Nummer. Mit dieser PIN-Nummer werden seine Daten freigeschaltet. Den neuen Ausweisautomaten kann man einsetzen für:   

Sebastian Maack
  • Personalausweis und vorläufiger Personalausweis.
  • Reisepass und vorläufiger Reisepass.
  • Kinderreisepass.
  • Elektronische Aufenthaltstitel.

Möchte der Bürger diese Leistungen auch weiterhin auf herkömmliche Weise beantragen, ist das auch möglich. Allerdings muss er dann weiterhin sein Passfoto mitbringen und hoffen, es erfüllt die gesetzlichen Bestimmungen.